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Gesucht wird noch Wolfgang Schütz, geb. um 1950 und Abitur in Königstein 1968. Damals noch wohnhaft in Kelkheim. Falls Du Wolfgang bist oder weißt, wie wir Wolfgang erreichen können: Bitte eine Mail an den Verfasser über den Link ganz unten auf dieser Seite.

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Wie baut man einen einfachen Styroporschneider?

Gilt es Styropor zu schneiden, so kann man gerade Schnitte mit einem scharfen Messer ausführen. Dazu eignet sich ein frisch abgezogenes gutes Kochmesser genauso gut wie ein Japanmesser mit noch langer Klinge. Aber auf alle Fälle wird man mit hässlichen Styropor-Flocken und Schnipseln rechnen müssen, die wegen der elektrostatischen Aufladung auch noch schwer zu fangen sind. So richtig Spaß macht das also nicht.

Das Messer scheitert an runden oder beliebigen Formen. Deshalb nimmt man meistens einen

Heißdrahtschneider, Hitzdrahtsäge, ...

oder wie man das auch immer nennen mag. Ein dünner, mit Strom beheizter Draht verflüssigt das Polystyrol und erlaubt eine Trennung mit fast beliebigen Konturen.

Für einfache Zwecke: Styroporschneider selbst bauen!

Fertige Styroporschneider kann man kaufen. Meistens wird ein Spannbogen, dem einer Laubsäge sehr ähnlich benutzt, in dem an Stelle des Sägeblatts der Heizdraht gespannt ist und über ein Netzteil mit Strom versorgt wird. Will man aber nur einmal etwas aus Styropor herstellen, dann kann die Beschaffung eines Fertiggeräts das wirtschaftliche Ende des Bastelprojekts bedeuten, weil eindeutig zu teuer und dann steht es noch rum und verbraucht Platz.

Die Schritte:

Netzteil suchen

Draht bestimmen

Fehler vermeiden

Das absolute Minimum als Styroporschneider ist ein zwischen geeigneter Aufhängung gespannter dünner Draht (Saite) und eine passende Stromversorgung:
Grundlage
1. Eine Halterung für (Schraub-) Zwingen an die Werkbank, hier eine hölzerne Wasserwaage.
Halter 2. An der Halterung werden (Schraub-) Zwingen befestigt, deren Stiele als Drafthalter dienen. Der Abstand für den Schneideteil des Drahts richtet sich nach der gewünschten Schnittbreite (orange). Vorne sieht man das diagonal abgespannte Ende (gelb). Das Drahtende ist zweimal um etwas passendes gewickelt und dann mit einer kleinen Schraubzwinge fixiert (oben links).

Der Draht sollte kalt etwas unter mechanischer Spannung stehen und beim Zupfen klingen. Die Stromzufuhr erfolgt an einem Ende (vorne rechts) und dem diagonal gespannten Teil. Erstmal ganz hinten anfangen und Temperatur durch Verschieben auf dem Draht in Richtung "kürzer" erhöhen.


Oder:


Bauanleitung: Mit wenigen Euro kann man aber durchaus etwas herstellen, mit dem man Styropor sehr gut schneiden kann.
 
BildSaege

Suche 1: Ein geeignetes Netzteil suchen!

Für den Gelegenheitsschneider muss man keine eigene Stromversorgung bauen. Vielleicht findet sich eines der folgenden Geräte im Haushalt oder man kann es leihen oder auf dem (Internet-) Flohmarkt preiswert erstehen:
  • Ein traditionelles Ladegerät für eine Autobatterie. Diese kommen meist mit 12 V / 4 A oder 6 A daher, sind fast nicht kaputt zu kriegen und eignen sich als Stromquelle. Die alten, nur mit Trafo und Gleichrichter, passen gut, moderne, mit Elektronik dahinter: Nicht geeignet. Die alten Ladegeräte werden mit 12 V und einer effektiven Ampereleistung angegeben. Diese ist irreführend und berücksichtigt das reale (und komplexe) Verhalten eines Bleiakkus. An einer reinen (ohmschen) Widerstandslast wie einem Draht wird eine geringere Ampereleistung abgegeben.
  • Ein Transformator für eine Halogenlampen-Stromversorgung, die oft mit relativ hohen Watt-Zahlen von 100 W oder 120 W bei 12 V daherkommen. So waren ja vor Jahren Seilchen mit mehreren Halogenlampen Mode. Ein solcher Trafo passt gut, ein Gleichrichter ist nicht erforderlich. Wer keinen freistehenden Trafo hat, aber eine Leuchte mit einer 12 V / 50 W Halogenlampe, kann diese Leuchte als Stromversorgung benutzen: Die Lampe wird - nicht mit bloßen Fingern, auch nicht bei kalter Lampe! - aus der Fassung gezogen, und mit einen Brettchen, in dem zwei Drähte oder Nägelchen mit dem selben Durchmesser und Abstand wie die Lampenfußdrähte eingeklebt sind, kann man den Strom aus der Lampenfassung "klauen".
  • Ein Diaprojektor: Liefert bei 24 V 150 W, also ca. 6 A.  Lampe herausnehmen und Strom fischen wie zuvor. Wegen der 24 V vor allem für lange Drähte über einem Meter Länge geeignet.
  • PC-Netzteil: Aus einem ausgemusterten PC baut man das Netzteil aus. Zur Steckerbelegung der Niederspannungen siehe Wikipedia-Artikel über PC-Netzteil. PC-Netzteile können Spannungen von 3,3 V, 5 V und 12 V mit hohen Stromstärken liefern.
  • Laptop-Netzteil: Laptop Netzteile liefern bei ca. 18 V auch hohe Stromstärken.
  • Oder ein anderes passendes Netzteil, mit einer Stromstärke von mindestend 2,5 
  • Eine Lötpistole, aus der man die Lötspitze herausnimmt? Sollte hohe Stromstärken bei niedrigen Voltzahlen liefern können. Das ist aber eine Vermutung, denn ich habe keine Lötpistole vorliegen!
  • Einige Details zu den oben genannten Stromversorgungen und deren Anschlüsse finden sich auf einer gesonderten Seite.
Es wird davon ausgegangen, dass für einen Nachbau Übung im Umgang mit elektrischen Geräten vorhanden ist.
Eine Haftung für Schäden an Sachen und Gesundheit wird hiermit ausgeschlossen.
Im Zweifelsfall sind Sachkundige zu befragen!

Suche 2: Einen Musikalien-Laden oder E-Gitarrenspieler suchen!

Als Schneidedraht empfiehlt sich eine Stahl-Gitarrensaite, und zwar die h-Saite (2. von oben). Stahlsaiten werden engtoleriert hergestellt, die h-Saite hat einen Durchmesser von 0,3 mm (bzw. Pitch 012). Die Stahlsaite hat Vorteile gegenüber einem Widerstandsdraht. Ist der Musikalienladen nicht gleich um die Ecke, so sollte man gleich 2 Saiten kaufen, falls man eine "verbrät" oder zerreißt. Die billigste Saite reicht, vielleicht findet man eine in der häufig vorhandenen Krabbelkiste. Weiteres zum Thema Draht und Drahtvariationen hier.

Suche 3: Einen Baumarkt oder Kleineisenwarenhändler suchen!

Wie man auf dem Bild sieht, besteht das Gerät aus einem Dübelstab, zwei  Drahthaltern und der Saite. Der Dübelstab ist bei mir ein 10 mm Stab, ein 12er sollte es auch tun. Er ist 1 m lang, also Lieferlänge. Die beiden Saitenhalter müssen schon etwas kräftig sein und sind bei mir aus 0,5 mm dickem und gefaltetem, verzinkten Stahlblech, so wie es in der Bauspenglerei benutzt wird. Es sollte eigentlich auch mit doppelt gelegtem Blech aus einer zerlegten Konservendose gehen. Als Anschlusskabel könnte Klingeldraht reichen. Aber besser ist auf jeden Fall dickeres Kabel. Also aus der Elektroabteilung vielleicht noch 3 m 2-polige Zwillingslitze oder Lampenanschlusskabel H03VVH2-F 0,5 mm² oder 0,75 mm² mitnehmen. Von diesem Kabel wird dann auf einer Länge von ca. 1 m die Zwillingslitze geteilt oder beim anderen der äußere Kabelmantel entfernt, um die Leitungen zu vereinzeln.  Damit wird an je ein Ende der Saite Strom geführt.

Suche  4 : Bastelplatz suchen!

Styrosäge Detail Zuerst die Saitenhalter anfertigen. Hat man dünnes doppeltgelegtes Dosenblech, daran denken, dass geknicktes Blech steifer ist als ebenes Blech. Und der Abstand Dübelstange zur Saite sollte schon 150 mm oder mehr betragen. Links oben sieht man einen der beiden Stromanschlüsse. Und es ist erkennbar, wie die Saite am Halter befestigt ist. Empfehlung: Immer unter einer Unterlegscheibe auf Seite der Mutter.


Und dann kann's schon losgehen:

Zuerst wird einer oder werden beide Halter bei kalter Saite etwas nach außen geschoben, damit die Saite gespannt wird und beim Anzupfen ein deutliches Pling und nicht nur ein Schnarren verlauten lässt.

Nutzt man ein Laptop-Netzteil mit 18 V, so  ist die Saite auf der vollen Länge mit ca. 2,4 A beaufschlagt und ist zum Schneiden schon richtig warm.  Einer der Stromanschlüsse liege rechts auf dem Kabel. Hat man nur 12 V verfügbar, dann muss man die Saite mit der Büroklammer, an die das andere Anschlusskabel angelötet oder geklemmt ist, kürzen. Aber vorsichtig, so in 5 cm Sprüngen, bis eine ausreichende Temperatur der Saite erreicht ist.

Die Saite wird heiß! Kürzt man zu stark ein, dann kann der Draht bis zum Glühen erwärmt sein. Es kann intensive Brandspuren auf der Haut geben, wenn man mit dem heißen Draht in Berührung kommt!

Zum Schneiden fixiert man entweder das Styropor und bewegt den Draht, oder man fixiert den Bogen und bewegt das Styropor. Den Bogen sollte man dabei nur ein einer Stelle festlegen: Die Wärmeausdehnung der Saite beträgt drei bis fünf mm, und die müssen vom gespannten Bogen weggefedert werden können. Nach Gebrauch wird der Bogen entspannt, sonst verbiegt sich die Dübelstange mit der Zeit.
Diese Bauform, einer Zimmermannssäge abgeguckt, könnte vor allem für dickeren Draht geeignet sein.
Hergestellt aus Dachlattenstücken. Das Mittelstück ist an den Enden leicht abgerundet, die Seitenteile haben entsprechende Vertiefungen und werden durch aufgeschraubte oder aufgeleimte Wangen gehalten. Weitere Details entnehme man Bildern von Zimmermannssägen.
Vorteil: Gerät läst sich bei Nichtgebrauch zerlegen, die Seitenteile können so lang werden wie der innere Abstand der Wangen zwischen beiden Enden.

Mit diesen einfachen Vorrichtungen kann man schon sinnvolle Dinge herstellen, wie zum Beispiel eine Thermohülle zum Konstanthalten von Temperaturen bei der Filmentwicklung,

 
Version: 1.12 Copyright: Rolf Süßbrich, Dortmund, 13.3.2011