Der Funktionsumfang des alten
Geräts (links) ist etwas höher, es wurde damals
zusätzlich mit einer Temperatursonde ausgestattet. Am alten Gerät
mussten die Messbereiche manuell eingestellt werden. Am neuen
Gerät wird nur noch die Messgröße eingestellt, der Messbereich wird
beim Messen automatisch ermittelt (was nicht immer ein Vorteil sein muss).
Ein bei Spannungsmessungen u. U. wesentlicher Unterschied:
Der Eingangswiderstand ist in
den 20 Jahren von 1 MΩ auf 10 MΩ gewachsen, dafür sind die oberen
erlaubten Werte für V DC und V AC auf 300 V gesunken. Das jüngere
Gerät ist deshalb für Spannungsmessungen an Drehstrom (380 V!) nicht
geeignet (aber wer misst da schon?)
Wegen
der automatischen Messbereichsauswahl lassen sich am Auswahlschalter
nur einstellen: Gleichspannung, Wechselspannung, Ohm, µA,
mA, A, ob nun Gleichstrom DC oder Wechselstrom AC wird durch den
Select-Knopf eingestellt.
Hat man einen schwankenden Messwert, so kann man die Messung durch den
Hold-Knopf anhalten, um diesen z. B. schnell zu notieren. Dieser Knopf
funktioniert genauso wie eine Zwischenzeitmessung an einer Stoppuhr.
Die akustische Durchgangsmessung funktioniert.
(Bild
lässt sich zum Vergrößern anklicken).
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Der Signalgenerator liefert ein 1 kHz Rechtecksignal ± 3 V:
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Die mitgelieferten Messspitzen
haben vorne abnehmbare Berührungschutzhäubchen, man kann also ggf.
separat zu erwerbende Krokodilklemmen oder Clips aufstecken (und damit
das Gerät u. U. im Wert verdoppeln, je nachdem welche Fabrikate man
kauft) |

An das Innenleben des Instruments muss man
heran, wenn man eine der beiden Sicherungen zum Ansprechen gebracht
hat.
Dazu muss man die Batterie ausbauen ( 1 Schraube lösen) und dann in den
Ecken die vier versenkten Schrauben lösen (blaue Pfeile). Der vorne
grüne Teil kann dann vom schwarzen Körper getrennt werden. Außer den
beiden Sicherungen (gelb) gibt es keine wartbaren Teile.
Hervorgehoben ist noch der weiter unten erwähnte 10 A Shuntwiderstand
(grün).
(Bild lässt sich zum Vergrößern anklicken)
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Zum Prüfen
der Genauigkeit der Spannungsmessung
dient ein selbstgebautes Spannungsnormal auf Basis eines LT1029AC, das
5 V ±0,01 V(!) liefert. Der Wettbewerb mit meinen zwei älteren
Messgeräten zeigt eine sehr gute Genauigkeit.
Die Genauigkeit der Strommessung
ist ähnlich, der Stromverbrauch meines Spannungsnormals wurde auf allen
Geräten mit 1,25 mA angezeigt.
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Einige Tipps zur Spannungsmessung.
Bei einer Spannungsmessung legt man einen hochohmigen Verbraucher an
eine Messstelle. Hier legt man 10 MΩ an, was in den meisten
Fällen eine nicht wahrnehmbare Belastung der Messstelle darstellt.
Diese 10 MΩ bestehen aus einem Spannungsteiler, aus 5 Widerständen gebildet, durch die die
angelegte Spannung dividiert wird. Der Multiplexer Mux tastet die
Werte immer von oben nach unten ab, d. h. er beginnt mit der 300 V
Stufe und legt den Wert an den ADC (Analog – Digital – Converter)
des eingebauten Mikroprozessors. Dieser wandelt den Spannungswert in
einen Zahlenwert um. Ist dieser kleiner als 1/10 der maximalen
Auflösung, wird der Mux eine Stufe höher geschaltet und das Ganze
wiederholt, und vielleicht dann mehrmals, bis die ADC-Umwandlung
zwischen 1 und 1/10 liegt. Bei diesem Gerät hier könnte die
ADC-Umwandlung mit 8 Bit erfolgen, was einen möglichen Wertebereich von 0 – 255
für den Zahlenwert bedeutet. Bei 201 macht man oben logischerweise „zu“
und schaltet die Anzeige auf OL („Overload“), die untere Grenze ist
logischerweise 20, die überschritten sein muss, um das Hochschalten des
Multiplexers zu beenden. Der gezeigte Schaltplan ist als Prinzipskizze
zu verstehen, die reale Ausführung wird noch weitere Komponenten
enthalten, wie z. B. die Gleichrichtung für Wechselspannungsmessungen.
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Während
ein ideales Spannungsmessgerät
einen Innenwiderstand von ∞ hat, beträgt er für ein ideales Strommessgerät 0 Ω! Beides
ist technisch nicht darstellbar.
Ein Strommessgerät misst den
Spannungsabfall über einem Widerstand, und das alles wird sehr einfach,
wenn dieser 200 mV bei Vollausschlag beträgt. Damit ergibt sich das
Prinzipschaltbild (links) für den Strommessteil des Geräts.
Ob das wirklich so ausgeführt wurde, wurde nicht geprüft. Außerdem sind
die Strommessbereiche mit einer 250 mA Sicherung (flink) gesichert, die
aber hier nicht eingezeichnet ist, sie müsste im rechten Teil liegen.
Diese Sicherung spricht an, wenn man im Strommessbereich aus Versehen
eine Spannungsmessung durchführen will, ohne auf die Umschaltung zu
achten. Die meisten Stromquellen (Batterien, Akkus, Netzteile, nicht
Knopfzellen) haben einen geringen Innenwiderstand und dadurch
wird der dünne Draht in der Sicherung meist sofort zerrissen! Man
sollte also beizeiten am besten ein 10er-Päckchen Sicherungen F 250 mA
5 x 20 mm beschaffen.
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Um die
Inanspruchnahme der Sicherung etwas zu erschweren, haben heutzutage
viele Vielfachmessinstrumente einen eigenen Strommesseingang:
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Zum Thema Messen eines hohen
Stromverbrauchs mit der 10 A – Buchse.
10 Ampere ist für den normalen Elektroniker schon eine gewaltige
Stromstärke, sie kommt im Alltag kaum vor. Selbst in einem
Verbrenner-Auto, wo die stärksten Verbraucher die (Quarz-)
Scheinwerferlampen mit 55 W ( ~ 4,5 A bei 12 V ) (ich glaube mal
gelesen zu haben, dass LED-Scheinwerfer dieselbe Leistung abnehmen)
zieht nur der Anlasser (gewaltig) mehr Strom. Normalerweise liegen zu
messende Ströme im mA Bereich oder darunter.
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Auf alle Fälle bedeutet das Verbinden der Messkabel meist eine
Kontaktherstellung des Verbrauchers mit der Stromquelle ein
Einschalten! Da kann der Einschaltstromstoß, je nach Verbraucher,
sehr hoch sein, selbst wenn der Widerstand im Betrieb kleiner wird. Das
gilt z. B. für alle Glühlampen, weil der Draht des Glühwendels kalt
einen wesentlich geringeren Widerstand als im Betrieb bei weit über
1.500 °C hat. Bei Quarzlampen ist der Kaltwiderstand noch mal deutlich
geringer. Man startet also mehr oder weniger mit einem Kurzschluss, der
zwar nur einige Millisekunden dauert, aber trotzdem hohe Stromstärken
zieht. Das kann ein Messgerät zerstören!
Deshalb sollte man eigentlich immer parallel zum Messgerät einen
entsprechend leistungsfähigen Schalter S haben bzw. installieren, damit
man bei diesem geschlossenem Schalter den Verbraucher mit seinem üblichen Ein-Aus-Schalter einschalten und ggf.
hochfahren kann. Erst dann öffnet man den parallelen Schalter und der Strom fließt
durch das Messgerät ohne Einschaltstromstoß. Zum Beenden oder
Unterbrechen der Messung schließt man den Schalter wieder und schaltet
dann den Verbraucher bei Bedarf mit dem normalen Betriebsschalter ab.
Der 10 A – Bereich ist mit einer
Zeitvorschrift versehen und diese ist ernst zu nehmen! Der
Wirkwiderstand, der zwar nur im Milliohm – Bereich liegt, führt aber
den für die Messung erforderlichen Spannungsabfall, der 100 mV (bei 10
A) oder mehr betragen kann, herbei. Nach der Formel für die Leistung W
= U * I haben wir dann 1 W auf dem kurzen Drahtbügel, was auf die Dauer
zu einer merklichen Erwärmung des Drahts führt. Das kann zu einem
„thermal runaway“ – Effekt führen, denn der erhitzte Draht zeigt einen
zunehmenden Widerstand, der einen höheren Spannungsabfall herbeiführt
und die Verlustleistung ansteigen lässt, mit der Wirkung, dass die
Schmelztemperatur des Lots überschritten wird und der heiße Bügel dann
einfach aus den Lötlöchern herausfällt. Gelernt habe ich das beim
Entwickeln eines Ladegeräts für meine Autobatterie, das über 4 A
liefern sollte. Diesen Strom habe ich über die 10 A - Buchse des oben
gezeigten alten Messgeräts gemessen. Nach längerer Zeit wurde der Strom
0.00 angezeigt und Schmorgeruch ließ bemerken, dass etwas durchgeschmort
war. Der Bügel aus dickem Widerstandsdraht hatte sich, weil hängend
angeordnet, ausgelötet, war heruntergefallen und hatte das Gehäuse etwas angeschmolzen.
Nicht nur der Shunt-Widerstand kann Probleme machen, die mitgelieferten
Messkabel genauso! Für eine Dauerlast von 10 A ist der
Leitungsquerschnitt viel zu gering, das Kupfer kann sich erhitzen und
die Isolierung schmelzen. Also Vorsicht!
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