Ablösen von Etiketten


Manchmal stößt man auf Gebinde, wie dekorative Flaschen oder Gläser mit Schraubdeckel, die zum Einwerfen in den Altglascontainer viel zu schade sind und genau den Vorrat an leeren Flaschen und Gläsern im Keller hervorragend vergrößern können. Für weitere Verwendung, man weiß ja nie, was noch kommt.


Da stellt sich nur oft die Frage: Wie entfernt man das vermaledeite Etikett?

In meiner Kindheit war das kein Problem. Das Gefäß wurde in ein Wasserbad gestellt und nach einiger Zeit schwamm das abgelöste Etikett im Bad. Der Kleber war wasserlöslich.

Kindheit und wasserlöslicher Etikettenkleber sind lange vorbei. Heutzutage werden Etiketten mit einem Adhäsionskleber aufgebracht, der mit dem Klebstoff verwandt ist, den wir vom Klebeband à la Tesafilm kennen. Der klebt zum einen wie der Teufel, ist frei von Lösungsmittel, wie es im wasserlöslichen Kleber als Wasser enthalten ist. Er soll das Ablösen des Etiketts verhindern, um z. B. das Umetikettieren zu verhindern und kann auch für Etiketten benutzt werden, die aus lackierten Papier oder Kunststofffolie bestehen, die ein Verdunsten des Lösungsmittels Wasser verhindern würden. Wenn man an ein so angeklebtes Etikett gerät, dann nützt das Wasserbad so gut wie nichts.

Nun gibt es schon lange Etikettensprays, deren Füssigkeitsfüllung die Papieretiketten durchdringt und den Kleber an- oder gar auflöst. Kann man für teuer Geld kaufen und erhöht wieder die Müllmenge im gelben Sack, wenn leer.

Geht das Ablösen auch mit Haushaltsmitteln? Aber sicher! Die wasserfesten Kleber sind i. d. R. auf Kunstharzbasis und das ist nicht fettstabil. Man kann also mit Fett oder Öl den Etiketten zu Leibe rücken. Das kann Salat- oder Schmieröl, Schmierfett, Vaseline oder auch ein kosmetisches Fett sein.

Zählen wir mal geeignete Stoffe auf:

Egal was wir im Haushalt finden, wir müssen es dünn erst mal auf eine kleine Probestelle des Etiketts aufbringen und es muss auch aufgesaugt werden, was man an einer dunkler werdenden Tönung erkennt. Leider gibt es lackierte Papiere, die man an einer glänzenden Oberfläche erkennt und die sich deshalb gegen eine Fettaufnahme wehren. Da hilft dann nur zu versuchen, das Etikett mit dem Fingernagel anzuknibbeln und zu versuchen, es abzureißen, was dann meist das Papier zerreißt, aber man hat dann die Lackschicht entfernt. Manchmal hilft dann auch ein Einweichen über Nacht. Hilfreich kann dann auch ein Schaber sein, der vorne eine scharfe Klinge hat. So was gibt es zum Reinigen von Kochflächen oder zum Abkratzen von Farbe mit der Klinge eines Teppichmessers zum Schaben und in die Finger schneiden, wenn man ungeschickt ist.

Egal wie, man lässt das Mittel eine Weile wirken. WD40 oder Waschbenzin verdunsten relativ schnell, alle anderen Stoffe kann man beruhigt über Nacht einwirken lassen.

Danach lässt sich das Etikett i. d. R. problemlos abziehen, der Kleber kann das fettige Papier nicht mehr halten und bleibt zurück. Diesen Rest kann man mit Waschbenzin, vielleicht auch mit WD40 durch tropfenweises Aufbringen, Anlösen und Abwischen mit einem Blatt Toilettenpapier leicht entfernen.


Version: 1.00 Copyright: Rolf Süßbrich, Dortmund, 03.08.2026